Wechselwirkungen

Nahrungsbestandteile können Einfluss auf verabreichte Arzneimittel haben. Diese Wechselwirkungen können einzelne oder mehrere Nährstoffe, Nahrungsmittel im Allgemeinen, oder den Ernährungszustand der betroffenen Person betreffen [Boullata et al 2012]. Mögliche Wechselwirkungen werden auch beeinflusst durch die Darreichungsform des Arzneimittels (z.B. retardiert oder nicht retardiert), das Alter und eventuelle Begleiterkrankungen der Person [Boullata (ed.) 2010]. Die gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln mit einer Mahlzeit kann die Bioverfügbarkeit des Arzneistoffs einschränken (z.B. bestimmte Antibiotika mit Milchprodukten) oder erhöhen (z.B. lipidlösliche Stoffe durch eine fettreiche Mahlzeit) [Won et al 2012]. Solche Wechselwirkungen lassen sich in der Regel durch eine getrennte Einnahme vermeiden. Es ist daher wichtig, die für die Arzneimitteleinnahme empfohlenen Einnahmehinweise zu beachten, d.h. ob das Arzneimittel vor, nach, oder zu einer Mahlzeit einzunehmen ist oder welche Nahrungsmittel gemieden werden sollen (zu finden in der Gebrauchsinformation unter dem Punkt „Art der Anwendung“ oder „wichtige Hinweise“).

Einige Nahrungsmittel können die Arzneimittelwirkung durch biochemische Mechanismen beeinflussen [Won et al 2012]. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Abschwächung der blutgerinnungshemmenden Wirkung von Vitamin K-reichen Nahrungsmitteln mit Phenprocoumon oder Warfarin (Vitamin K-Antagonisten). Manche Nahrungsmittel beeinflussen die Bioverfügbarkeit und Verstoffwechslung von Arzneimitteln und können so zu Überdosierung (z.B. Grapefruitsaft mit Lipidsenkern) oder Unterdosierung (z.B. Johanniskraut mit Digoxin) führen [Mouly et al 2017]. In diesen Fällen ist eine zeitversetzte Einnahme meist nicht ausreichend, um die Wechselwirkung zu vermeiden. Hinweise hierzu sind ebenfalls in der Gebrauchsinformation unter dem Punkt „Wechselwirkungen“ zu finden.

Welche Wechselwirkungen sind mit Bioaktiven Kollagenpeptiden möglich?

Bisher sind keine Wechselwirkungen von Bioaktiven Kollagenpeptiden mit Arzneimitteln bekannt.

Ihre Eigenschaften entsprechen als Nahrungsmittelbestandteil dem Protein. Für Phenytoin z.B. ist aus Studien mit Patienten, die künstlich ernährt wurden, bekannt, dass sich das Molekül eng an Proteine oder Proteinhydrolysate bindet und somit eine Aufnahme in den Körper erschwert wird [Mouly et al 2017]. Hier ist eine zeitversetzte Einnahme um mehrere Stunden zu empfehlen.

Im Rahmen einer Medikation mit Valproinsäure kann in seltenen Fällen ein Mangel an Carnitin entstehen, der zu einer Verschlechterung der Ammoniumentgiftung über den Harnstoffzyklus führen kann. Eine Ernährung, die reich an Proteinen ist, kann zu einem Anstieg an Ammonium im Blut mit entsprechenden Nebenwirkungen führen [Boullata et al (ed.) 2010]. Patienten, die Valproinsäure einnehmen, sollten sich von ihrem behandelnden Arzt beraten lassen, ob die zusätzliche Einnahme von Proteinen möglich ist.

Eine proteinreiche Ernährung kann die Wirkung von Levodopa beeinflussen, auch hier sollten Sie sich zuvor von Ihrem Arzt beraten lassen [Boullata (ed.) 2010].

Unwahrscheinlich sind dagegen Wechselwirkungen über das Transportsystem (Pept1), durch das Di- und Tripeptide aus dem Darm in den Körper aufgenommen werden. Dieser Transporter befördert auch die Aufnahme von einigen Arzneimitteln (Antibiotika, ACE-Hemmer, Valsartan) und wird sogar durch einige Arzneimittel gehemmt (z.B. Valaciclovir, Ibuprofen). Pept1 ist im Intestinaltrakt jedoch in so großer Menge vorhanden, dass eine Wechselwirkung sich auf dieser Ebene nicht klinisch auswirken wird [Pak et al 2017].

Was ist zu beachten, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden?

Beachten Sie die Einnahmehinweise in der Gebrauchsinformation der Arzneimittel, insbesondere die Angaben, ob das Arzneimittel vor, nach, oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden soll.

Vermeiden Sie die gleichzeitige Einnahme von Bioaktiven Kollagenpeptiden mit Arzneimitteln, d.h. nehmen Sie die Bioaktiven Kollagenpeptide zu einem anderen Zeitpunkt als die Medikamente ein.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker bezüglich möglicher Wechselwirkungen beraten. Dies ist insbesondere Personen anzuraten, die viele Arzneimittel einnehmen, Arzneimittel einnehmen, die eine enge therapeutische Breite haben, Menschen höheren Alters oder mit schweren Grunderkrankungen, sowie Patienten, die mit Immunsuppressiva behandelt werden.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, wenn der therapeutische Effekt eines Arzneimittels nicht dem entspricht, der erwartet wurde. Geben Sie dazu alle von Ihnen verwendeten Präparate und Nahrungsmittel an, da auch vermeintlich harmlose Produkte wie Fruchtsäfte, Tees, Gewürze, alkoholische Getränke, Mineralstoff- und Vitaminpräparate etc. Wechselwirkungen auslösen können.

Letzte Aktualisierung: Februar 2018